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Ballnacht für Gourmets und Tanzfreudige


USTER Der traditionelle Neujahrsball in Uster mutierte erneut zur rauschenden Ballnacht mit fantasiereichen Roben, einem exquisiten Galadiner, mitreissender Musik und einem faszinierenden Zauberer. "Ich trage sehr gerne elegante, lange Abendkleider, nur gibt es kaum mehr Anlässe, um sie zu tragen", sagt Monika Hartmann aus Lindau. Deshalb nehme sie mit ihrem Partner bereits zum dritten Mal am Neujahrsball in Uster teil. Dafür habe Hartmann ihr drittes Kleid gekauft, verrät sie. Der Stadthofsaal sei von aussen gesehen ja nichts Beson- deres, aber schon beim Betreten des Foyers, wo der Apéro ge- reicht werde, lasse das festliche Ambiente dies vergessen, sagt sie. "Im dekorierten Saal sind die mit Blumenarrangements gedeckten Tische eine Augen- weide, und die Musik, das Tanzen sowie das sensationelle Essen lassen einen die Welt draussen vergessen", schwärmt sie weiter. "Ich staune auch jedes Mal, wie die auserlesenen Spei- sen für 240 Personen so heiss serviert werden können." Die Ballnacht ist eröffnet Nicht nur teilt Hartmann die Meinung anderer Besucher, son- dern bestätigt mit ihrem Erschei- nen, dass der Anlass nicht etwa nur Ustermer Politikern und Gewerblern vorbehalten ist. Nach der Vorspeise des exquisiten Sieben-Gänge-Menüs, sautierten Riesenkrevetten auf Kartoffel- stock mit schwarzem St._Galler Trüffel und Datteltomaten, er- öffnen Gino Todesco_&_Friends mit Walzermusik die rauschende Ballnacht. Im Nu ist die Tanz- fläche so in Beschlag genommen, dass kaum Drehungen möglich sind. Leidenschaftlich singt Spe- cial Guest Leonardo italienische Schlager, und Gitarrist Jimmy Duncombe bringt Countrymusik mit, während seine Tochter Miriam Dee und Flavia Zucca mit ausdrucksstarken Stimmen aufwarten. "Ich bin kein ‹Tanzfüdli›" Der Stadtrat erscheint beschluss- fähig, wobei Stadtpräsident Wer- ner Egli meint, dass er bisher nicht politisiert habe, denn er sei als Privatperson gekommen, um Leute zu treffen und ihnen ein gutes neues Jahr zu wünschen. "Ich bin zwar nicht unbedingt ein ‹Tanzfüdli›, aber meiner Frau zuliebe habe ich bereits ein gros- ses Pensum an Tänzen absol- viert", schmunzelt er. Im Foyer weilen diejenigen Gäste an der Bar, die ohne Musik Gespräche führen wollen oder den Zauberer Rasmus aus Baar umringen. Fasziniert und un- gläubig verfolgen sie die Magie direkt vor ihren Augen: Zauberei mit Münzen und Spielkarten, Besteck, das sich verbiegt, oder Gummibänder, die sich gegen- seitig durchdringen. "Fast ein Familienanlass" Ein Gang ins Freie zeigt, dass die Heizpilze einzig die frühlings- haften Temperaturen unterstüt- zen. Dort raucht Thomas Meier von den Highlights rund ums Geniessen und meint, dass das Gewerbe gut vertreten sei und er den ungezwungenen Anlass geniesse, wo Spirituosen seines Geschäfts kredenzt würden. Das Fest sei fast wie ein Fami- lienanlass, wo sich diejenigen treffen würden, die Freude an Unterhaltung hätten, denn in Uster sei es so langweilig, findet ein anderer Besucher. Am Sams- tag ist es das jedoch definitiv nicht. Die Damen zeigen De- kolleté, edle Frisuren verziert mit Perlen und Edelsteinen, dazu erlesene Ballkleider und die passenden High Heels. Mit taxierenden Blicken begutach- ten sie sich manchmal heimlich gegenseitig. Sie sei erstmals beim Ball, und das Tanzen mit dem engen Kleid mit Schleppe sei etwas kompli- ziert, erklärt Rosy Lüber (32), eine Augenweide in Rot. "Es ist ein schönes Fest, und ich bin überwältigt von den vielen tanzenden Ustermern", sagt Annette Lenzlinger Vandebroek, Verwaltungsratspräsidentin der Lenzlinger Söhne AG, nach einem flotten Tanz mit ihrem Gatten Jos Vandebroek. Chef de Service aus Island Der Neujahrsball Uster 2015 vom vergangenen Samstag ist jetzt bereits Geschichte. Organisator Urs Lüscher darf ihn erneut als Erfolg verbuchen. Besonders froh sei er, dass der Dachschaden des Stadthofsaals so schnell habe saniert werden können, dass der Ball 2014 wie auch derjenige 2015 planmässig hätten durchgeführt werden können. Für den unter dem Patronat des Gewerbeverbands stehenden Anlass rekrutierte Lüscher be- reits zum sechsten Mal die Mit- arbeiter, so für die Bar oder den Service. Längst gehört zum ein- gespielten Team auch Küchen- chef Robert Alder vom Restau- rant Rössli in Kirchberg (SG). Er kochte noch in Uster, als er zu- sammen mit seiner Crew und ideenreichen Kreationen 2010 erstmals am Ball überzeugte. Der Chef de Service, Rolf Kosbu, ist im Kanton Freiburg aufge- wachsen und ist Hotelleiter in Reykjavik, Island. Jedes Jahr reist er für vier Tage zum Aufbau und für einen perfekten Service nach Uster. "Die Musik, das Tanzen sowie das sensationelle Essen lassen einen die Welt draussen vergessen." Monika Hartmann

#2015

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