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«Darf ich bitten!»


Wunderbar geschmückt präsentiert sich der Stadthofsaal Uster auch bei der elften Austragung des Neujahrsballs. Seit nunmehr zehn Jahren lockt das unter dem Patronat des Gewerbeverbands Uster stehende gesellschaftliche Ereignis Freunde der beschwingten Tanzmusik hierhin. Gewerbeverbandspräsident Eric Köchli sieht auch in diesem Jahr eine Nacht, die unter der Organisation von Urs Lüscher in Erinnerung bleibt. "Es ist ja nicht einfach, in diesem an sich tristen Saal ein derart angenehmes Ambiente zu schaffen. Nichtsdestotrotz ist dies wiederum perfekt geglückt", _ndet er. Tatsächlich, da wurde geschmackvoll eingerichtet: Die imposante Blumendekoration von Jörg Berchtold bekommt mächtig Applaus. Kein Detail wurde bei der Saalgestaltung ausser Acht gelassen. Dies _ndet auch Ballbesucherin Susi Hüsler: "Auch die Blumen der Tischdekoration sind einwandfrei." Sogar die übergrossen Heizungsradiatoren im Saal sind stilvoll abgedeckt - sie fallen überhaupt nicht auf. Trotzdem, Eric Köchli wünscht sich einen neuen Saal für den Ball. "Einer, der akustisch besser und multifunktional ist."

Um noch zwei Tische mehr in den Saal zu stellen, platziert sich die Band neu auf der Bühne. Zum Tanz spielt wiederum Gino Todesco and Friends auf. Und auch Leonardo gehört zum musikalischen Unterhaltungsprogramm. Er entzückt mit seinen temperamentvoll interpretierten italienischen Liedern. Die Musiker spielen eine bunte Mischung aus Unterhaltungsund Dinnermusik sowie internationaler Tanzmusik von Oldies bis hin zu modernem Pop. So hört man während des ganzen Abends: "Darf ich bitten!" Der Stadthofsaal ist aber nicht nur Tanzsaal. Hier wird gegessen und natürlich viel geplaudert. Thema ist immer wieder das von Robert Alder auf den Tisch gezauberte Sieben-Gänge-Menü. Aber natürlich gilt auch "sehen und gesehen werden". Über die anderen Gäste reden ist immer spannend. Volle Aufmerksamkeit gilt den Frauen mit ihren prächtigen Ballkleidern und kunstvollen Hochsteckfrisuren. "Mit den Damen halten die Herren leider nicht mit", sagt Thomas Pedrazzoli. Der Präsident der Sekundarstufe Uster fände es schön, wenn alle Männer dem Anlass gebührend gekleidet wären. "Ein Smoking ist passend, karierte Kurzarmhemden devinitiv nicht." Ins gleiche Horn bläst Remo Keist. Der Ustermer Kunstmaler mit Atelier in Wetzikon erwähnt, dass die Männer an seinem Tisch stilkonform die Smokingjacke den ganzen Abend nicht ausziehen würden. Sein Tisch ist der sogenannte Tisch drei, der seit Jahren in unveränderter Besetzung reserviert wird. "Früher waren wir an diesem Tisch alle Singles. Nun erscheinen wir mit Partner oder Partnerin. Dieses Zusammenkommen ist jedes Jahr eine grosse Freude", sagt Keist. Zwischendurch geht er gerne nach draussen vor die Eingangstür, um unter den Heizpilzen eine Zigarette zu rauchen. An diesem Ort ist nicht viel los. "Das ist natürlich alles andere als ein bequemes Fumoir", sagt er. "Ich _nde das aber nicht schlimm, denn es werden jedes Jahr weniger Raucher. Und ich möchte sowieso damit aufhören." Zwischen Saal und Raucherzone be_ndet sich das Foyer. Hier küsst man sich beim Apéro, lässt sich zwischendurch von Tischzauberer Frank Borton faszinieren und holt sich die Käseplatte. Vor allem aber kann hier an den Stehtischen geplaudert werden. "Im Foyer kommen alle von den verschiedenen Tischen im Saal zusammen. Es ist der ideale Ort, um Freunde zu treffen und sich gegenseitig ein gutes neues Jahr zu wünschen", sagt Claudia Bekier. Die Sekundarlehrerin und Gemeinderätin, die im Stadtrat bei den anstehenden Wahlen für das Primarschulpräsidium kandidiert, betreibt hier beim Tratschen genauso wenig Wahlkampf wie Stadtrat Werner Egli, der als Stadtpräsident kandidiert. "Der Neujahrsball ist ein gemütlicher Anlass. Hier kann man sich ungezwungen unterhalten und gemütlich ins neue Jahr starten. Ich bin als Person hier und nicht als Politiker", sagt Egli. Er gibt zu, dass er durchs Jahr hindurch gerne mehrere solche Anlässe in seinem Terminkalender stehen hätte.

#2014

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